– Iwein der Löwenritter –

Von mittelalterlichen Lebensbildern
und Allegorien in der heutigen Malerei

Sonderausstellung vom 6. Mai bis 16. September 2018

Der Bilderzylus des sogenannten Iwein-Zimmers auf Burg Rodenegg in Südtirol zählt zu den frühesten, noch erhaltenen, profanen Wandmalereien des Mittelalters im deutschen Sprachraum. Als Vorlage diente der Iwein-Roman des Hartmann von Aue, der um 1203 vollendet wurde. Unmittelbar danach entstanden die Malereien, die in elf Szenen die ersten 2360 Verse des Romans bildlich umsetzen. Ebenso nah hält sich der Dichter an seine Vorlage: den Yvain-Roman des Chretién de Troyes. Beide Epen gehören zur Gattung Artusroman, in dem sich idealtypische Entwürfe des Ritterstandes und des höfischen Lebens widerspiegeln. Am Hofe König Artus versammeln sich die größten Ritter des Reiches, um von ihren Heldentaten zu berichten. Von dort brechen sie auf, um Abenteuer zu suchen. Wie viele andere Ritter vor ihm muss Iwein kämpfen, scheitern und an seinen Aufgaben wachsen.

Iwein kämpft gegen Aschelon (Askalon) und tötet ihn.
Bildnachweis: LDA-SW-023006 Fotoarchiv des Amtes für Bau- und Kunstdenkmäler der autonomen Provinz Bozen – Südtirol.

Der Südtiroler Iwein-Zyklus und die mittelalterliche Romanvorlage haben die niederrheinische Künstlerin Margareta Detering aus Neukirchen-Vluyn so nachhaltig beeindruckt, dass sie über zehn Jahre einen eigenen Bilderzyklus geschaffen hat, der als Sonderausstellung im SiegfriedMuseum Xanten gezeigt wird. Die großformatigen Ölgemälde des Personeninventars sprechen ihre eigene Sprache, lassen aber dennoch ihre mittelalterlichen Vorlagen erahnen. Diese sind in Form von maßstabgetreuen Reprografien ebenfalls zu sehen und können in einem nachgestalten „Iwein-Zimmer“ betrachtet werden.

„Ritter Iwein“

 

„König Artus“

 

„Lunete“

Bildnachweis: Margareta Detering

Um der höfischen Lebenswirklichkeit des hohen Mittelalters näher zu kommen, werden interessante Fundstücke von der Essener Isenburg, die noch nicht einmal ein halbes Jahrhundert existierte, aber dennoch zu den mächtigsten Burganlagen des heutigen Ruhrgebiets gehörte, präsentiert. Herausragend zu nennen ist ein fein geschnitzter Messergriff aus Elfenbein, der eine prachtvoll gekleidete Dame mit Schoßhund darstellt. Diese filigrane Arbeit ist kein alltäglicher Gegenstand und zeugt vom exquisiten Geschmack der Burgbewohner.

Erst 1972/73 wurden die Südtiroler Bilderfresken der Burg Rodenegg bei Restaurierungsarbeiten entdeckt. Ein Glücksfall, denn damit wurde eine neue Quelle in der Iwein-Rezeption erschlossen. Durch die zeitnah zur literarischen Vorlage gestalteten Wandmalereien, eröffnet sich für den heutigen Betrachter ein ganz neuer Blick in eine ferne Welt, die einerseits romantisch verklärt und andererseits als dunkle rückständige Epoche verdammt wurde.

 

– Begleitprogramm –

6. Mai 2018
11:00 – 17:00 Uhr
Ausstellungseröffnung
13. Mai 2018
Internationaler Museumstag Eintritt frei!
Sonderführung „Iwein“ 14:00-15:00 Uhr
7. Juni 2018
20:00 Uhr
(19:00 Uhr Einlass)
Musikalischer Abend mit Knud Seckel: Von Rittern, Minne und Romanen.
Ticketvorverkauf ab 6. Mai bei der TIX. 12,00 € / 10,00 €
16. September 2018
11:15 – 12:45 Uhr
Finissage der Sonderausstellung Iwein:
Philosophieren im Museum „Was ist eigentlich Ehre?“
In Kooperation mit der VHS
Moderation: Dr. Jens Korfkamp
Gäste: u.a. Dr. U. Steuten